Österreich will sich am internationalen Jugendschutz orientieren und plant ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren. Die Maßnahme soll bereits mit Beginn des kommenden Schuljahres wirksam werden. Ziel ist es, junge Menschen besser vor Risiken im digitalen Raum zu schützen.
Nach Angaben aus Regierungskreisen wird derzeit intensiv an der technischen Umsetzung gearbeitet. Bis Herbst 2026 soll eine Lösung stehen, mit der Altersgrenzen bei sozialen Netzwerken zuverlässig kontrolliert werden können. Die Verantwortung dafür könnte künftig verstärkt bei den Plattformbetreibern liegen.
Expertenrunde soll Details klären
In einem ersten Schritt sollen Fachleute gemeinsam mit Vertretern aller Parteien an einem konkreten Konzept arbeiten. Dabei geht es vor allem um praktikable technische Lösungen zur Altersüberprüfung. Internationale Modelle dienen dabei als Orientierung, wobei unterschiedliche Ansätze geprüft werden.
Die Bundesregierung betont, dass es sich um eine Schutzmaßnahme handelt und nicht um eine Bestrafung junger Nutzer. Kinder und Jugendliche sollen vor schädlichen Inhalten, sozialem Druck und problematischen Nutzungsmustern bewahrt werden.
Koalition uneinig über Umsetzung
Innerhalb der Regierungsparteien gibt es jedoch unterschiedliche Auffassungen. Während Teile der Regierung rasch handeln wollen, äußern andere Bedenken gegenüber bestimmten Modellen zur Alterskontrolle. Kritisiert werden vor allem mögliche Risiken beim Umgang mit persönlichen Daten.
Statt einer nationalen Lösung wird von einigen politischen Akteuren eine europäische Regelung bevorzugt. Diese würde jedoch frühestens in den kommenden Jahren umgesetzt werden können. Die Frage bleibt daher, ob Österreich schneller vorgehen soll als andere EU-Staaten.
EU-Debatte verstärkt Druck
Auch auf europäischer Ebene gewinnt das Thema an Bedeutung. Der Schutz von Minderjährigen im digitalen Raum steht zunehmend im Fokus politischer Diskussionen. Altersgrenzen für soziale Medien gelten dabei als zentrales Instrument, um Kinder vor negativen Einflüssen zu schützen.
Trotz des Wunsches nach einer gemeinsamen EU-Lösung signalisiert die österreichische Regierung Bereitschaft, notfalls eigenständig zu handeln. Der Zeitdruck sei hoch, da die Auswirkungen sozialer Medien auf junge Menschen immer deutlicher würden.
Schutz statt Strafe
Die politische Linie ist klar: Kinder sollen nicht eingeschränkt, sondern geschützt werden. Bildung, Medienkompetenz und klare gesetzliche Regeln sollen künftig Hand in Hand gehen. Ob das geplante Verbot tatsächlich wie vorgesehen in Kraft tritt, entscheidet sich in den kommenden Monaten.
