Ried im Innkreis. Zwei Wettbewerbe, zwei unterschiedliche Stimmungen – und doch ein gemeinsames Ziel. Beim SV Ried läuft die Saison aktuell auf zwei Ebenen. Während der Klub im ÖFB-Cup sensationell unter den letzten vier Teams steht, geht es in der Liga vor allem um Stabilität und den Sprung in die Top Sechs.
Der Cup hat in Ried etwas ausgelöst. Die Mannschaft tritt befreiter auf, glaubt sichtbar an sich und nutzt ihre Chancen mit einer Entschlossenheit, die man in dieser Form nicht immer gesehen hat. Der Halbfinaleinzug ist kein Zufallsprodukt, sondern das Resultat einer reifen Leistung – taktisch diszipliniert, kämpferisch geschlossen und mental wach in den entscheidenden Phasen.
Doch die Realität der Liga ist eine andere. Hier zählt weniger der Moment, sondern die Serie. Genau dort liegt die Herausforderung für den SV Ried. Zu oft folgten auf starke Auftritte Phasen, in denen Punkte liegen gelassen wurden. Um die Top Sechs zu erreichen, braucht es weniger Glanz, dafür mehr Verlässlichkeit.
Intern wird deshalb bewusst differenziert. Der Cup ist die große Chance, vielleicht sogar ein Türöffner für etwas Historisches. In der Liga dagegen geht es um tägliche Arbeit, um Punkte, um Geduld. Trainerteam und sportliche Leitung setzen darauf, dass die Cup-Energie auch im Ligaalltag trägt – ohne dabei den Blick für das Wesentliche zu verlieren.
Auffällig ist vor allem die Entwicklung innerhalb der Mannschaft. Rollen werden klarer, Abläufe greifen besser, und der Konkurrenzkampf um die Startplätze nimmt zu. Genau das könnte in den kommenden Wochen den Unterschied ausmachen.
Beim SV Ried weiß man: Wenn es gelingt, die Cup-Leichtigkeit mit der Liga-Disziplin zu verbinden, kann diese Saison mehr werden als nur eine solide Spielzeit. Die Richtung stimmt – jetzt geht es darum, sie konsequent zu halten.
